Die Prager Burg (Pražský hrad) und die Karlsbrücke (Karlův most) zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Europas und bilden zusammen das historische und geografische Zentrum der tschechischen Hauptstadt Prag. Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft Böhmens und durchzogen vom Fluss Moldau (Vltava), erzählen sie von über tausend Jahren Geschichte, Macht, Glauben und Alltag.
Die Prager Burg thront auf dem Hradschin-Hügel am linken Ufer der Moldau und überblickt die Altstadt, die Kleinseite und weite Teile der Stadt. Ihre erhöhte Lage war strategisch ideal und machte sie schon früh zum politischen Machtzentrum Böhmens. Die Karlsbrücke verbindet seit dem Mittelalter die Altstadt mit der Kleinseite und war jahrhundertelang die wichtigste Verbindung über die Moldau.
Die Ursprünge der Prager Burg reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Sie wurde als befestigter Sitz der böhmischen Fürsten gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem weitläufigen Burgareal mit Palästen, Kirchen und Verwaltungsgebäuden. Heute gilt sie als eines der größten geschlossenen Burgareale der Welt.
Zentrum der Burg ist der Veitsdom, der über Jahrhunderte hinweg errichtet wurde und Krönungsstätte sowie Grabstätte böhmischer Könige ist. Die Burg diente nicht nur als Residenz der Könige von Böhmen, sondern auch der römisch-deutschen Kaiser. Bis heute ist sie Amtssitz des Präsidenten der Tschechischen Republik – ihre politische Funktion ist also bis in die Gegenwart erhalten geblieben.
Die Karlsbrücke wurde im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. erbaut und ersetzte eine frühere Brücke, die durch ein Hochwasser zerstört worden war. Einer Überlieferung zufolge wurde der Grundstein zu einem exakt berechneten Zeitpunkt gelegt, um der Brücke besondere Stabilität zu verleihen – ein Beispiel für den mittelalterlichen Glauben an Zahlenmystik.
Berühmt ist die Brücke für ihre barocken Heiligenstatuen, die ab dem 17. Jahrhundert ergänzt wurden. Besonders bekannt ist die Figur des heiligen Johannes von Nepomuk. Eine landläufige Redewendung besagt, dass das Berühren seines Reliefs Glück bringt und eine Rückkehr nach Prag garantiert – „Kdo se dotkne Jana, do Prahy se vrátí“ (Wer Johannes berührt, kehrt nach Prag zurück).
Heute sind Prager Burg und Karlsbrücke zentrale Anziehungspunkte für Besucher aus aller Welt. Im Frühling locken blühende Gärten rund um den Burgberg, wie der Königliche Garten, mit weiten Ausblicken über die Stadt. Der Sommer bringt lange Abende, Straßenkünstler auf der Karlsbrücke und eine lebendige Atmosphäre bis in die Nachtstunden.
Im Herbst taucht das goldene Licht die Sandsteinfassaden in warme Farben, während der Winter Prag eine beinahe märchenhafte Stimmung verleiht. Besonders bei leichtem Schneefall wirkt die Karlsbrücke am frühen Morgen fast zeitlos und ruhig – ein seltener Moment abseits des Trubels.
Unweit der Prager Burg liegen das malerische Goldene Gässchen, die Loreto-Wallfahrtsstätte und das Strahov-Kloster mit einer der schönsten historischen Bibliotheken Europas. In der Nähe der Karlsbrücke befinden sich der Altstädter Ring, das Klementinum und das jüdische Viertel Josefov mit seinen historischen Synagogen.
Auch die Moldau selbst ist Teil des touristischen Erlebnisses: Bootsfahrten eröffnen neue Perspektiven auf Brücke und Burg und verdeutlichen die enge Verbindung zwischen Stadt und Fluss.
Prag liegt in der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas. Die Sommer sind meist angenehm warm mit Durchschnittstemperaturen um 24 °C, während die Winter kühl bis kalt sein können. Frühling und Herbst gelten als besonders reizvoll, da das Wetter mild ist und die Stadt weniger überlaufen wirkt. Nebel über der Moldau in den frühen Morgenstunden sorgt dabei oft für eine mystische Atmosphäre.
Eine bekannte Anekdote erzählt, dass beim Bau der Karlsbrücke Eier aus ganz Böhmen geliefert wurden, um den Mörtel haltbarer zu machen. Ob Wahrheit oder Legende – sie zeigt, welchen Stellenwert das Bauwerk schon damals hatte. Noch heute sagen Einheimische schmunzelnd: „Stojí jako Karlův most“ – es steht wie die Karlsbrücke – wenn etwas besonders stabil und verlässlich ist.
Prager Burg und Karlsbrücke sind mehr als Sehenswürdigkeiten: Sie sind lebendige Zeugen der Geschichte, Orte der Begegnung und Fixpunkte für Erinnerungen von Besuchern aus aller Welt.
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